14- tägige Rundreise durch Bhutan

Dordenma Buddha Statue, Bhutan

Schon immer reizte mich die asiatische Kultur und nach einiger Recherche faszinierte mich insbesondere Bhutan. Im März letzten Jahres startete mein Abenteuer in das Drachenland.

Bhutan, ein Binnenstaat im Himalaya, liegt in Südasien. Er grenzt im Norden an China und im Süden an Indien. Das kleine Land des Drachen am Rande des Himalaya punktet mit seiner beeindruckenden Landschaft und seiner einzigartigen Architektur. Eine Besonderheit: Alle Gebäude des Landes, müssen der traditionellen Bauweise entsprechen, unabhängig welchem Zweck sie dienen. Bhutan ist eine Bastion des Vajrayana-Buddhismus, dessen Lehre alle Aspekte des täglichen Lebens beeinflusst. Auf meiner zwei-wöchigen Reise durch Bhutan lernte ich eine interessante Kultur und ebenso interessante Persönlichkeiten kennen.

Ankunft in Bhutan

Das Abenteuer startete für mich in Frankfurt. Mit dem Flugzeug ging es nach Delhi und von Delhi aus per Weiterflug nach Paro. Da ich mich einer kleinen Reisegruppe angeschlossen habe, war bei unserer Ankunft bereits für Transfer und Unterkunft gesorgt. Wir wurden freundlich empfangen und stürzten uns bereits am ersten Tag in die Faszination Bhutans. Unser erstes Ziel lautete Thimphu.

Beim Stadtrundgang durch besichtigten wir zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Darunter auch das Museum für traditionelle Textilkunst, das Museum für Volkskultur und eine Silberschmiede. Wir besuchten die Manufaktur zur Herstellung von handgeschöpften Papierprodukten und das Zorig Chu Sum, eine Schule der traditionellen Künste. In Thimphu sammelten wir unsere ersten Erfahrungen beim Bogenschießen, welches uns die gesamte Reise begleiten sollten. Jeder von uns erhielt einen eigenen Bogen, der in Bhutan traditionell aus Bambus hergestellt wird und unter Anleitung erprobten wir unsere ersten Schießversuche. Neben der Praxis erhielten wir wertvolle Tipps zu verschiedenen Atem- und natürlich auch Meditationstechniken. Schon jetzt waren wir auf dem besten Weg Profis zu werden. Voller außergewöhnlicher Eindrücke ließen wir den Abend gemeinsam mit allen Reiseteilnehmern im Hotel ausklingen.

Bhutan Klosterfeste – Tradition und Religion hautnah erleben

Bhutan entdecken 

Am nächsten Morgen ging unsere Reise weiter in Richtung Osten. Vorbei am Dochula Pass auf 3.088 Metern ging die Fahrt nach Punakha. Hier flattern unzählige Gebetsfahnen im Wind. Diese sind umgeben von über 100 Reliquienschreinen, die in Bhutan als Chörten bezeichnet werden. Wir hatten Glück, einen klaren Tag erwischt zu haben und konnten über den östlichen Himalaya blicken. Ein außergewöhnlicher Blick in die Weite. Viele der spektakulären Gipfel sind über 7.000 Meter hoch. Bei Sonnenschein und einer tollen Aussicht genossen wir hin und wieder ein kleines Päuschen. Auf unserer Wanderung vorbei an Reisterassen und Dorfhäusern gelangten wir zu unserem Ziel, dem Chime Lhakang. Dies ist ein Fruchtbarkeitstempel im Lobesa Tal. Sehr viele Bhutaner, insbesondere Frauen, pilgern zu diesem Ort, um Fruchtbarkeit zu erlangen oder zu bewahren. Nach einer anstrengenden Wanderung sorgten unsere Guides für etwas Erholung im Punakha Tal und beglückten uns mit einem leckeren bhutanischem Tee.

Auf unserer weiteren Wanderung besuchten wir auch den Punakha Dzong, den Palast der Glückseligkeit. Der Dzong liegt anders als andere Klosterfestungen in einem Tal auf einer imposanten Landzunge. Direkt am Zusammenfluss des männlichen Flusses, Po chu und des weiblichen Flusses, Mo chu. Weiter hin ist der Punakha Dzong das Winterquartier des Mönchrates. Unser begleitender Reiseleiter berichtete uns, dass hier im Winter bis zu 1000 Mönche beherbergt werden und dass die Gebetshalle ein Meisterwerk einheimischer Schnitz- und Malkunst ist. Am nächsten Tag stand eine weitere Wanderung auf dem Plan. Es ging zum Khamsum Yuelay Chorten, wo wir wieder unsere Bogenschießkenntnisse erweitern durften. Beim zweiten Mal, nach zahlreichen gesammelten Tipps und Versuchen, klappte das Bogenschießen schon deutlich besser.

Nun ging es für unsere Reisegruppe zu einem der wenigen Gletschertäler Bhutans. Durch dichte Eichenbaumwälder fuhren wir nach Gangtey, gelegen im Phobjika Tal. Das flache Tal erinnerte einen sofort an tibetische Landschaften. Hier überwintern in dem Naturschutzgebiet von Oktober bis März die äußerst seltenen Schwarzhalskraniche, die in Bhutan als Glücksbringer gelten. Wir statteten dem Reservat, Gantey Goemba, einen Besuch ab. Im Anschluss besichtigten wir das älteste Kloster des Landes, das Nyingma Kloster. Den kommenden Tag stand uns eine lange Fahrt bevor, weshalb wir den Abend entspannt in unserer Unterkunft verbrachten und zeitlich ins Bett wollten.

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Über den beeindruckenden Pelela Pass und durch malerische Orte fuhren wir am nächsten Tag nach Trongsa. Hier trafen wir auf eine Herde Yaks, eine asiatische Hochgebirgsrinderrasse. Schon von weitem konnten wir die weinrot bedachte Dzong von Trongsa erkennen. Trongsa Dzong ist die größte Klosterburg in Bhutan und gilt als architektonisches Meisterwerk, da sie über mehrere Etagen auf einem Felsvorsprung gebaut ist. Spätestens hier schienen alle Reisenden unserer Gruppe vor Faszination zu staunen. Auch ich habe vorher niemals etwas vergleichbar Beeindruckendes gesehen.

Trekkingtour

Die kommenden Tage stand eine zweitägige Trekkingtour zur Wahl. Da mich die Abenteuerlust gepackt hat, entschied ich mich direkt zur Teilnahme und auch andere Reisende, mit denen ich bereits guten Kontakt aufgenommen hatte, schienen begeistert und meldeten sich an. Nach einem ausgewogenen Frühstück wanderten wir mit wenigen Personen entlang des Chamkharchu, der bekannt für seine einzigartige Anzahl an Forellen ist. Auf Waldwegen gelangen wir Stunden später nach Ngalakhang. Durch ein bewaldetes Tal erreichten wir am Phepela Pass den höchsten Punkt, auf 3.400 Metern, unserer Tour. Unten im Dorf Tahung angekommen, trafen wir auf freundliche Bhuatenesen und Mönche. Auf unserem Weg besuchten wir kleine Tempel und Ortschaften. Beim Abendessen mit den Mönchen und weiteren Einheimischen diskutierten und meditierten wir. Danach fand unser erster Bogenkampf gegen die Dorfbewohner statt. Ein einzigartiges und immer im Gedächtnis bleibendes Erlebnis.

Himalaya Gebirge Bhutan Reisen

Kontakt mit den Einheimischen 

Langsam nährte sich eine wunderschöne Reise dem Ende, doch einige Highlights waren noch geplant. Nach einem Entspannungstag fuhren wir zu dem Paro Tshechu Festival nach Paro. Hier beobachteten wir feierliche Rituale, zu denen alle Dorfbewohner und Mönche mit farbenreichen Masken Tänze, die zur religiösen Ehrung dienen und das Tal vor bösen Kräften schützen sollen, vorführten. Ein letzter besonderer Punkt durfte auf unserem Abenteuer nicht fehlen: die Wanderung zum Taktsang Kloster, dem sogenannten ,,Tigernest“ von Bhutan. Eine Legende besagt, dass der Gründer des bhutanischen Zweigs des Mahayan Buddhismus, Guru Rimpoche, auf dem Rücken einer fliegenden Tigerin hier hergekommen sei. Er soll danach drei Monate in einer Höhle meditiert haben, um die herum später das Kloster gebaut wurde. Der Haupttempel ist einer der heiligsten Orte des Landes, so heißt es. Nach einem Stadtrundgang durch das vom traditionellen Baustil geprägte Paro nahte das Ende unserer Reise. Ein letztes Bogenschieß-Finale und ein gemeinsames Abendessen. Dies war einer meiner schönsten und besonderen Abende dieses Abenteuers. Nun hieß es Abschied nehmen vom Drachenland. Es ging zurück nach Deutschland.

Geführte Rundreisen durch Bhutan

Fazit

Bhutan zählt zu meinen überaus faszinierenden, spektakulären und einzigartigen Reiseerlebnissen. Schon jetzt träume ich davon, einmal wieder zurück zu kehren und diese beeindruckende Schönheit des Landes erneut zu erleben. Das Bogenschießen ist zu einer neuen Leidenschaft in mir geworden.

Bogenschießen in Bhutan – Der Nationalsport des kleinen Königreiches