Meine geführte Gorilla Trekking Tour in Ruanda

Kigali, Einwohner

Ein Freund erzählte mir immer wieder begeistert von seiner geführten Gorilla Trekking Tour in Ruanda. Angeregt von den tollen Fotos habe ich viel über Ruanda gelesen und während meiner Recherchen erfahren, dass der Krieg schon Jahre vorbei ist und eine Reise jetzt dorthin ziemlich ungefährlich ist. Da Ruanda noch nicht vom Massentourismus überlaufen ist, entschied ich mich für einen Kurztrip in dieses Land, auf das ich so neugierig geworden war.

Die Ankuft in Ruanda

Der Flug von Frankfurt nach Kigali mit einem Stopp in Brüssel war recht angenehm. Ich wurde vom Flughafen abgeholt und in ein drei Sterne Hotel mitten in der Stadt einquartiert, Das Hotel war sauber und das Essen war in Ordnung.

Nach einer Stadtbesichtigung und einem Drink, ging ich recht früh ins Bett, in freudiger Erwartung auf die nächsten Tage und meine geführt Gorilla Trekking Tour in Ruanda. Ich wollte ja schon immer nach Afrika reisen!

 

Unsere Rundreise durch Ruanda beginnt

Am nächsten Morgen fuhren wir Richtung Nyanza, das war die letzte Hauptstadt des Königreiches. Hier besuchten wir das Museum und erfuhren wir vieles von Mwami, dem letzten König. Hier war auch sein „Königspalast“ ausgestellt, eine Hütte, die sich von denen der Untertanen unterschied, aber für unsere Verhältnisse sehr einfach war. Wir fuhren weiter nach Butare. Hier befindet sich die National Universität. Am Nachmittag besichtigten wir mit einem Reiseleiter das National Museum. Hier erfuhren wir alles über die Kulturgeschichte des Landes und der Region.

Nach einer Stadtrundfahrt fuhren wir ins Ibis Hotel, wo wir zu Abend aßen und übernachteten. Es war ein nettes und einfaches drei Sterne Hotel.

 

Die ersten Affen

Sehr früh, am nächsten Morgen, fuhren wir zum Nyungwe Forst National Park. Der Park ist fast tausend Quadrat Kilometer groß und ist der längste unberührte Regenwald Ost –Afrikas. Hier machten wir eine Wanderung zu den Affen. Wir beobachteten viele unterschiedliche Herdentiere, unter anderem die Schimpansen, die Silber Affen, die Roter Schwanzaffen, die Samt Affen und mindestens sechs weitere Arten. Diese konnten wir beim fressen, klettern und kuscheln beobachten. Der Ranger erklärte uns das Verhalten der unterschiedlichsten Herdentiere und wies auf die Besonderheiten hin. Ich war so aufgeregt und fasziniert, dass ich vergessen habe zu fotografieren und somit leider nur ganz wenige Fotos mit nach Hause gebracht habe. Dafür konnte ich den Moment genießen und das ist es doch, was wirklich wichtig ist. Das feucht schwüle Wetter und das Geschrei der Wildtiere und der Vögel, der dichte Urwald und die einmaligen Wahrnehmungen und Beobachtung machten diese Wanderung für mich zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Wald mit Berggorillas

Berggorillas im Wald

In Cyangugu, diese Stadt wird auch das Tor zum Nyungwe Forst National Park genannt, übernachteten wir. Abends auf der Terrasse unseres Hotels, blickte ich in den Sternenhimmel und ließ die vielen Erlebnisse des Tages Revue passieren, bis ich todmüde einschlief.

 

Unsere Wanderung am Lake Kivu

Am nächsten Morgen ging unsere Ruanda Gruppenreise weiter und wir fuhren entlang der Küstenstraße des Lake Kivu. Wir unterbrachen unsere Fahrt in Kibuye, eine schöne Stadt am See. Die Stadt bezeichnet sich auch als einziges Seebad in Ruanda. Von hier aus hatten wir einen atemberaubenden Blick auf die Schönheiten des Sees und der Landschaft. Die Tour war sehr anstrengend und dauerte ca. acht Stunden. Nach einem fantastischen Abendessen, dass fast nur aus einheimischen Früchten bestand, dazu ein wenig Hähnchenfleisch und einen Fruchtsaft, und die die Reisemüdigkeit war verflogen. In Erwartung an den nächsten aufregenden Tag schlief ich gut und fest.

 

Unsere geführte Gorilla Trekking Tour

Am frühen Morgen verteilte der Ranger dicke Wanderstöcke, ein Träger nahm mein Gepäck und der Aufstieg in den Volkanoes National Park begann. Meine festen Schuhe, die langen Hosen und das langärmlige T- Shirt machte sich jetzt bezahlt. Überall waren Brennnesseln, Wurzeln und Astgabeln. Mit eine Machete machte der Ranger uns den Weg frei. Der war recht steil und beschwerlich. Plötzlich sahen wir sogenannte Trackers, die den Tag mit den Berggorillas verbringen. Abends wenn die Menschenaffen ihr Nest bauen verlassen die Tracker die Tiere und kommen morgens zurück. So wissen die Tracker immer wo sich die Tiere befinden und können die Ranger zu den Berggorillas leiten. Dann mussten wir still sein, wir stellten die Rucksäcke und Wanderstöcke ab und verkriechten uns im Gebüsch. Die Gorillas halten sich fast nie am Wegesrand auf, deshalb mussten wir weiter ins Gebüsch hinein. Ich rutsche immer wieder auf dem von Farnen überwucherten, schmierigen Boden aus. Der Ranger schlägt uns immer wieder mit der Machete den Weg frei.

Ich setzte mich auf den feuchten Boden und sah den Tieren beim Fressen, Spielen und Kuscheln zu. Dieser Moment hat sich in mein Gedächtnis nachhaltig eingebrannt, vor allem wie ein Gorillababy auf einem faul liegenden Silberrücken Gorilla herumspielte. Ich muss sagen, dass die Gorillas den Menschen wirklich sehr ähnlich sehen. Ich konnte gar nicht genug Eindrücke in mich hineinsaugen, leider verging die Zeit wie im Fluge. Nach einer Stunde Aufenthalt bei den Menschen fiel mir auf, dass ich leider vergessen hatte zu fotografieren. Beeindruckt von den Erlebnissen nahm ich auf dem Rückweg die Schwierigkeiten des Weges nicht mehr so wahr. Mit dem Jeep fuhren wir durch Blumenfelder zu unserer Lodge. Hier verbrachte ich die Zeit des restlichen Tages mit der Erkundung der Umgebung und ließ den Tag gemütlich ausklingen.

Silber Rücken Gorilla

Silber Rücken Gorillas

 

Zurück nach Deutschland

Am nächsten Morgen verließen wir Afrika. Ich wurde mit drei weiteren Reisenden zum Flughafen nach Entebbe in Uganda gefahren. Die fünfhundert Kilometer lange Fahrt dauerte über acht Stunden und war sehr anstrengend. Wir erreichten unseren Flieger rechtzeitig und so war ich am nächsten Morgen erschöpft aber glücklich wieder zu Hause in Frankfurt.

 

Meine einstige Skepsis dem Land Ruanda gegenüber hat sich durch diese Reise in Luft aufgelöst, ich bin meinem Freund so unendlich dankbar, dass er mich in die atemberaubende Welt von Ruanda eingeführt hat. Ich werde definitiv bald wiederkommen!